Sarasin-Studie sieht Marktbereinigung in der PV-Branche voraus
29.11.2011 17:53
Einer kürzlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsstudie der Bank Sarasin zufolge steht der Photovoltaik-Branche in nächster Zeit eine Marktbereinigung bevor. Als Gründe hierfür werden unter anderem die derzeit herrschenden immensen Überkapazitäten sowie der Preisverfall im Modulbereich genannt.
Dadurch würden sich jedoch auch die zukünftigen Aussichten bezüglich eines positiven Marktwachstums wieder stabilisieren und sogar verbessern. Durch neue Absatzmärkte könnten bis 2015 bis zu 18 Prozent mehr Wachstum im Bereich der Photovoltaik-Leistung jährlich erzielt werden.
Die Studie mit dem Titel „Solarwirtschaft: Hartes Marktumfeld – Kampf um die Spitzenplätze“ untersucht die Situation der weltweit führenden Solarzellen- und Modulhersteller sowie der Photovoltaik im Allgemeinen. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ist der Studie zufolge derzeit unübersehbar. Für Ende 2011 prognostiziert Sarasin ein Absatzpotenzial von lediglich 21 Gigawatt gegenüber Produktionskapazitäten in Höhe von 50 Gigawatt.
Gefährdet von der Marktbereinigung sollen insbesondere mittelständisch Solarunternehmen sein (darunter Conergy AG, Q-Cells SE, Solar-Fabrik AG und Sunways AG), wohingegen größere Player wie Suntech Power, Trina Solar und Yingli Solar aus China, First Solar und Sunpower (USA) sowie die SolarWorld AG (Deutschland) keine Zukunftsängste haben müssen.
Der derzeit wachstumsstärkste Markt ist Sarasin zufolge nach wie vor Indien, der künftige Zubau könnte dort 101 Prozent jährlich betragen. Zudem sollen bis 2013 über zehn Photovoltaik-Nationen einen Zubau von 500 Megawatt im Jahr erzielen. Im Bereich der Dünnschichtmodultechnik soll es nach einer Marktbereinigung bis 2013 ebenfalls keine Marktführer mehr geben, die weniger als 500 Megawatt Produktionsleistung aufweisen können.
Bekannte und finanziell gut gestellte Unternehmen wie First Solar, Sharp, ShowaShell, General Electric oder Hanergy könnten ihrem Branchenzweig zudem in den kommenden zwei Jahren zu einem Kapazitätenausbau von durchschnittlich 32 Prozent jährlich verhelfen.
Quelle: Handelsblatt