Wintereinbruch stellt Energiewende auf den Prüfstand
04.01.2012 18:11
Ob die Energiewende in Deutschland halten kann, was sie verspricht – der aktuell anstehende Wintereinbruch wird es zeigen.
Problematisch ist vor allem, dass Deutschland in den vergangenen Jahren insbesondere auf die Windenergie gesetzt hat. Aufgrund der Stilllegung der alten Atommeiler drohen nun bei Kälteschüben oder phasenweise nur schwachem Wind komplette Blackouts in allen Großstädten.
Zudem ist der Stromzukauf in diesem Jahr teuer wie nie zuvor. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2011 stiegen die Stromimporte aus Frankreich um über die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Auch aus Tschechien musste zusätzlich teurer Strom bezogen werden, der dort im Übrigen ebenfalls in Atomreaktoren produziert wird.
Wegen der immensen Kosten für Strom wurden in der Politik bereits erneut Stimmen laut, die eine Einschränkung des Erneuerbare-Energien-Gesetz wollen. Insbesondere bei der Photovoltaik werden Kürzungen der Fördergelder in Millionenhöhe gefordert, unter anderem durch Zubaubegrenzungen.
Dass die Fördergelder jedoch auch der Erforschung neuer, kostensparender Solarmodule und –techniken zu Gute kommen, wird dabei nicht bedacht. Mit einem entsprechenden Ausbau des deutschen Stromnetzes könnte die Photovoltaik Deutschland gerade in Sonnenzeiten dazu verhelfen, günstig Strom zu produzieren und so deutlich Kosten einzusparen. Dies gilt vor allem auch für die Eigenversorgung von Haushalten durch private Solaranlagen.
Quelle: DerWesten